Campus Theresianische Akademie Wien, 1. Platz

Historisch & Klimafit

Campus Theresianische Akademie Wien, 1. Platz

Mit der Neugestaltung der vier Innenhöfe der Theresianischen Akademie Wien entsteht ein Freiraum, der historische Identität und zukunftsfähige Landschaftsarchitektur miteinander verbindet. Ziel des Projekts war es, die vier Höfe umfassend zu begrünen und zu entsiegeln, den Fuß- und Fahrzeugverkehr zu entflechten sowie neue Aufenthaltsqualitäten für Schüler*innen und Lehrkräfte zu schaffen, ohne den geschichtsträchtigen Charakter der Anlage zu beeinträchtigen. So werden die einzelnen Höfe zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem verknüpft.

Die Umgestaltung reagiert auf die veränderten Nutzungsanforderungen und verbindet eine klimafitte Freiraumplanung mit einem sensiblen Umgang mit den historischen Höfen. Großzügige Grünflächen, schattenspendende Bäume, helle Oberflächen und die Versickerung von Regenwasser vor Ort tragen dazu bei, Hitzeinseln zu reduzieren und das Mikroklima nachhaltig zu verbessern. Auch Material- und Farbwahl wurden bewusst auf den geschichtlichen Bestand abgestimmt. Natürliche Materialien und eine harmonische Farbpalette fügen sich stimmig in die Anlage ein und unterstreichen ihren Charakter, ohne mit der historischen Architektur zu konkurrieren.

Ein ebenso wichtiger Bestandteil des Konzepts war der behutsame Umgang mit der bestehenden Vegetation. Ergänzt wird diese durch überwiegend heimische und standortgerechte Gehölze und Stauden, die die Biodiversität fördern und gleichzeitig auf invasive Arten verzichten.

Als erster Bauabschnitt wurde der Küchenhof fertiggestellt. Im Zuge des Neubaus des Speisesaals erhielt auch der dazugehörige Innenhof eine umfassende Neugestaltung. Anstelle großflächiger, versiegelter Stellplätze zieren heute Grünflächen, Sitzmöglichkeiten und schattige Aufenthaltsbereiche den Innenhof. Da der neue Speisesaal rund 30 Zentimeter tiefer liegt als das umliegende Gelände, wurde ein fließender Übergang durch eine Rampe geschaffen. Sanft abgestufte Terrassen führen zum Speisesaal und erweitern ihn um einen großzügigen Außenbereich mit Sitzmöglichkeiten.

Gestalterische Akzente setzen im Küchenhof der weiß blühende Taschentuchbaum und die rotblättrige Blasenspiere-Hecke. Während der Taschentuchbaum mit seiner außergewöhnlichen Blüte saisonale Highlights schafft, bildet das dunkelrote Laub der Blasenspiere einen markanten Kontrast zu den umgebenden Grünflächen und verleiht dem Innenhof eine eigenständige Identität.

Projekt Details

  • Ort : 1040 Wien, Favoritenstraße 15
  • Auftraggeber : Stiftung Theresianische Akademie
  • Planungszeitraum : 2024 lfd.
  • Fertigstellung : Phase 1 Küchenhof 2026
  • Architektur : ARCHITEKTURATELIER KIENER ZT-KEG
  • Prämierung : 1. Platz