Freiraum für Forschung I
Das Freiraumkonzept für das LAB 7 orientiert sich an den Leitwerten des ISTA: Offenheit, Kommunikation und Zukunftsfähigkeit. Forschung, Architektur und Landschaft werden zu einem zusammenhängenden Campus verbunden, der Orte für Begegnung, Austausch und neue Ideen schafft. Aus der bestehenden Hangtopografie entwickelt sich eine terrassierte Landschaft mit grünen Ebenen. Sie verbinden die Gebäude miteinander und lassen neue Aufenthaltsräume entstehen. Leitidee war die Schaffung von drei Hauptbereichen: Entrance Line, Communication Line und Green Line, die den Campus erschließen, strukturieren und durch unterschiedliche Atmosphären bereichern.
Die Entrance Line bildet das repräsentative Aushängeschild des Campus und verbindet fließend den Hauptzugang von der Lenaugasse mit der erhöht gelegenen IST-Plattform. Großzügige Treppenanlagen mit einladenden Aufenthaltsbereichen, barrierefreie Wege sowie ein Außenlift überwinden die Höhensprünge und fügen sich in die Hangtopografie ein. Klimaangepasste Baumpflanzungen ergänzen eine ausladende Bestandsplatane. In den Retentionsbereichen stärken Erlen als Leitarten das Regenwassermanagement und eine straßenbegleitende Säulenbergahornreihe schafft Identifikation mit dem Eingangsort.
Im Zentrum des Campus verbindet die Communication Line die drei neuen Baukörper als begehbares Landschaftsdach und entwickelt sich gemäß des Masterplans mit den Nachbarbauplätzen LAB 6 und LAB 8 zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem. Die IST Plattform bietet vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten für informellen Austausch und ist gleichzeitig Lern- und Erholungsort. Organisch geformte, inselartige Rasenhügel mit Gräser-, Stauden- und Baumpflanzungen gliedern die Plattform, schaffen räumliche Vielfalt und sorgen für natürliche Beschattung. Die Gestaltungselemente der Communication Line setzen sich auf der Gemeinschaftsterrasse im ersten Obergeschoss fort und verbinden beide Ebenen zu einem stimmigen Gesamtbild.
Die Green Line bildet eine naturnahe Verbindung zwischen den Institutsgebäuden und schafft einen ruhigen Gegenpol zur kommunikativen Mitte der IST Plattform. Ein extensiv gestalteter Hang im unteren Bereich mit Kräuterrasen sowie Obst- und Nussgehölzen stärkt die Biodiversität und bietet Rückzugsorte. Die Ost-West-Verbindung der Green Line findet in den Waldstufen ihren Höhepunkt. Der Treppenweg führt geschwungen durch dicht bepflanzte Gehölzbereiche und bietet eine zusätzliche grüne Wegebeziehung zur Galerie Gugging.
Offenheit, Kommunikation und Zukunftsfähigkeit werden auf dem ISTA LAB 7 Gelände landschaftlich neu übersetzt. Differenzierte Freiraumqualitäten schaffen Bereiche für Begegnung, Bewegung sowie Erholung und fördern den informellen Austausch. Besonders hervorzuheben ist, dass das Grundkonzept der Entrance, Communication und Green Line von der ersten Entwurfsidee bis in die Detailplanung konsequent erhalten blieb und so den roten Faden des gesamten Projekts bildet. Durch klimaresiliente Vegetation, nachhaltige Materialien und ökologische Planungsprinzipien entsteht hier ein zukunftsfähiger Ort, der langfristig einen Freiraum für Forschung bietet.
© Visualisierung: ATP architekten ingenieure