Konstanziagasse

Origami im Freiraum

Konstanziagasse, 1. Platz

Leitidee ‘Seepferdchen gefaltet’
Das Konzept entspringt der Idee des „Origami“, bei der aus einem Blatt Papier dreidimensionale Objekte gefaltet werden. Wie für das Gelände gefaltet, rahmt ein Seepferdchen den Freiraum mit Kopf und Schwanz, während der Rumpf das Herzstück bildet und die Kernelemente des Entwurfs beinhaltet.
Die gefaltete Landschaft geht auf das Gebäude und die Höhenunterschiede ein und ist mit ihm verschränkt, besticht aber durch eine eigene Formsprache. Im Freiraum wird die intelligente Raumnutzung fortgesetzt, sodass das Gebäude nach außen fließt und die Gemeinschaftsräume ins Freie hin erweitert werden. So entsteht ein spannendes Zusammenspiel aus Architektur und Frei¬raum, das über ein verbindendes Wegesystem im Inneren des Gebäudes bis zu den Dach¬terrassen weitergeführt wird.

Der Außenbereich ist mit dem Gebäude verbunden und hat dennoch eine eigene Formsprache. Er ist gleichzeitig nach Außen geöffnet, grenzt die Öffentlichkeit aber durch verschachtelte Räume wieder aus und sorgt für die Privatsphäre der Anwohner.

Bei der Gestaltung der Dachgärten wurde das Origami-Thema ebenfalls zitiert, der Raum erhält Oasen der Ruhe unterhalb der Pergolen und ebenfalls ruhige Treffpunkte im Zentrum jeder Terrasse.
Freiraumqualitäten:

Der Freiraum ist differenziert an Qualitäten. Auch hier wird für einen Perspektivenwechsel gesorgt: urbane Vorräume und Baumhaine sorgen für Abwechslung genauso wie die Nutzungen auf ver¬schiedenen Ebenen. Über die Gemeinschaftsräume erreicht der Nutzer/die Nutzerin verschie¬dene, konzeptuell mit den Gemeinschaftsräumen abgestimmte Außenräume, die als Erweiterung dieser dienen.

Der Kleinkinderspielplatz im Herzen des Geländes ist ausgestattet mit modellierten, bunten Spiel¬flächen die an gefaltete Origamifiguren erinnern sowie einem Sandspielbereich. Bunt gestaltete Wände, die im Zuge der moderierten Bewohner-Partizipation erarbeitet werden können, sorgen für ein freundliches Ambiente. Für alle Altersgruppen werden Sitzstufen sowie ein Holzdeck geboten, was ihn zu einem Ort für Groß und Klein macht. Ein barrierefreier Zugang zum gewidmeten Fußweg ist gesichert, der es allen Nutzern, Jung und Alt, ermöglicht auf dem kürzesten Weg die U2 Haltestelle sowie die SSW Fläche zu erreichen. Eine gute Anbindung an die örtlichen Einrichtungen wird so gewährleistet.
Am nördlichen Ende befindet sich ein ‚Wohnzimmer im Freien‘, das zum Treffen, gemeinsam Essen etc. einlädt. Hier können gemeinsam Sommerabende verbracht werden oder Nachbarschaftstreffen und Besprechungen abgehalten werden.

Der Jugendspielplatz erstreckt sich über den Großteil des Freiraums und soll von den Kindern mitge¬staltet und angeeignet werden. Das Thema Origami bietet viele Möglichkeiten für Kunstprojekte an Stützmauern oder zur Gestaltung eigener Spielelemente. Angedacht sind Baumhäuschen, Kletter¬elemente wie ein Stangenwald und Baumstämme zum Balancieren und trainieren der Motorik. Rasenflächen sind außerdem für das individuelle Spiel geeignet. Die gefaltete Landschaft ist ein spannender Ort zum Entdecken und Spielen.

Die Privatgärten bestechen durch individuelle Formen und wurden durch Sitzstufen bereichert. Platz für Sitzmöbel muss so nicht mehr aufgebracht werden.
Für alle Anwohner, die Ruhe suchen, gibt es die beiden Dachterrassen. Sie sind je zwei Häusern zugeordnet und bieten dadurch einen von einer kleineren Gemeinschaft gemeinsam genutzten Raum. Wenige Vorgaben und viele Möglichkeiten bieten sich hier.

Projekt Details

  • Ort : 1220 Wien
  • Auslober : Wohnfonds Wien
  • Art : Geladener Bauträgerwettbewerb
  • Bauherr : Neues Leben
  • Planungszeitraum : 2017 lfd.
  • Leistungen : Vorentwurf, Entwurf, Bewilligungsplanung, Ausführungsplanung, tw. Vorbereiten der Vergabe, Künstlerische Oberleitung
  • Architektur : Architekt Stelzhammer
  • Prämierung : 1. Platz